Das war zu befürchten. Aufmerksame Beobachter und Kenner der Schlüsseldienst – Szene ahnten es bereits nach Verhaftung der „Schlüsseldienst-Könige“: Wenn die Internetseiten und vor allem die Rufnummern nicht geschlossen werden geht der ganze Kram gerade so weiter.

Mehr unseriöse Gestalten im Markt als vorher

Viel schlimmer: Es sind plötzlich viel mehr unseriöse Webseiten im Netz auf denen Schlüsseldienstleistungen angeboten werden. Zumeist haben diese entweder gar kein Impressum oder dort stehen falsche Angaben. Unzählige Beschwerden liegen vor, etliche Strafanzeigen, Preise für Notöffnungen von weit über EURO 2000.- bilden die aktuelle Situation und: Eine offenbar machtlose Justiz.

Justiz Opfer der Gesetze

Die Staatsanwaltschaft hat das freilich mitbekommen, strengt Ermittlungen an und weitet diese aus. Doch weiß man auch, wie lange das dauert und das Wissen auch die Gangster. Die Fülle der „neuen“ kriminellen Gebilde sorgen im Internet für ein undurchdringliches Dickicht von Abzockern denen der Verbraucher ausgesetzt ist. Einziger Lichtblick – die Weiße Liste der Schlüsseldienste im Internet.

Schwerer Stand für den Staatsanwalt!?

Interessierte wissen, Karl Leo S. und Christian S. sitzen seit Ende 2016 ein, seit 18 Januar 2018 läuft der Prozess, beide angeklagt wegen bandenmäßigen Betrug, Wucher, Steuerhinterziehung, Hinterziehung von Sozialabgaben usw..

Doch lassen sich die Vorwürfe auch halten? So sollen seit 2007 rund 600.000 Einsätze gelaufen sein. Bei 1000 Fällen will die Staatsanwaltschaft Wucher beweisen. Insider wissen, die Anzahl der Einsätze wird wohl wesentlich höher sein und die Wucherfälle ebenfalls. Beschränkt man sich auf die Zahlen aus der Anklage wird damit wohl eher nicht bandenmäßiger Betrug zu halten sein, denn, 1000 Fälle von 600.000 stellen lediglich „bedauerliche Einzelfälle“ da.

So sollen weiterhin rund 300 selbständige Monteure tätig gewesen sein wobei man hier Scheinselbständigkeit unterstellt – und damit die Hinterziehung von Sozialabgaben vorhält. Doch was ist, wenn diese Leute auch für andere „Gesellschaften“ tätig waren? Und da fallen mir einige „Kumpel“ von den Angeklagten spontan ein!?

Schwächelt die Anklage schon bevor es richtig los geht?

Bleibt abzuwarten wieviel Zeugen „umfallen“ oder sich auf die Fragen der Verteidiger nicht mehr so richtig „erinnern“ können. Bislang sucht man das „As im Ärmel“ der Staatsanwaltschaft, aber, vielleicht kommt das ja noch.

Warten wir es ab.